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01.11.2017 | 50 Ausgaben in 16 Jahren: „Der Peifekopp“ feiert Jubiläum

„Ohne im positiven Sinne Bekloppte würde das Ehrenamt nicht funktionieren“, weiß Joachim Spahn. Er ist der Mann hinter „Der Peifekopp“, der Zeitung der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg. Jetzt ist die 50. Ausgabe erschienen.

Hat in den letzten 16 Jahren 50 "Peifekopp"-Ausgaben verantwortet: Joachim Spahn, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Dillenburger Kreisschiedsrichterausschuss. (Foto: Pomoja)

Blau, weiß, gelb oder grün – das äußere Erscheinungsbild des „Peifekopps“ ändert sich regelmäßig, ansonsten ist die Zeitung ein Sinnbild der Beständigkeit. Seit dem Start im Juli 2001 ist nicht eine Ausgabe ausgefallen. Dreimal im Jahr erscheint das offizielle Mitteilungsorgan der Dillkreis-Referees, immer Anfang März, Juli und November.

„Das Konzept und der Zeitraum haben sich bewährt. Das ist auch das, was man im Ehrenamt bedienen kann“, sagt Spahn, seit 17 Jahren im Kreisschiedsrichterausschuss Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit. Viele andere hessische Schiedsrichterzeitungen sind in der Zwischenzeit eingestellt worden oder erscheinen „nur“ noch online. Überhaupt gäbe es seines Wissens nach nur noch drei gedruckte Schiedsrichterzeitungen in Hessen, neben der Dillkreis-Ausgabe sind dies noch Blätter in Darmstadt und Offenbach.

Die Idee, ein Medium für die heimische Schiedsrichterschaft zu erstellen, hatte Mitte der 90er-Jahre der damalige Kreisschiedsrichterobmann Burkhard Blicker, verrät Ralf Viktora, einst heimischer Spitzenschiedsrichter beim SSV Dillenburg und heute Schatzmeister beim Hessischen Fußball-Verband, in seinem Vorwort der 50. Ausgabe.

In die Tat umgesetzt wurde das Projekt Anfang 2001, als mit Spahn der „Macher“ gefunden wurde. Der damalige Redakteur der Dill-Zeitung, seit 1995 als Schiedsrichter unterwegs und mittlerweile als Diplom-Sozialarbeiter Leiter der Familienbildungsstätte des AWO-Kreisverbandes Lahn-Dill in Herborn, gehörte zu den Gründungsmitgliedern des „Peifekopps“. Die Redaktion bestand zu Beginn neben Spahn auch aus Viktora, Jens Rometsch und Helmut Metz.
Mittlerweile mache ich die Redaktionskonferenzen alleine in meinem Kopf“, schmunzelt Spahn, der alleinverantwortlich das Heftchen füllt.

„Die erste Ausgabe war ganz dünn, es gab kaum Anzeigen und hatte einen Umfang von zwölf Seiten“, erinnert sich der Vereinschef des Fußball-C-Ligisten TSV Eibach. Mittlerweile hat sich der „Peifekopp“ einen festen Stamm an Anzeigenkunden erarbeitet, der Umfang beträgt stets zwischen 20 und 28 Seiten und greift auf feste Rubriken zurück. Schiedsrichterporträts, Steckbriefe und Regelfragen kommen in jeder Ausgabe vor. Darüber hinaus berichtet Spahn auch über aktuelle Geschehnisse der Vereinigung, über Neulingslehrgänge oder etwa das Patenmodell. Natürlich werden im „Peifekopp“ auch die Termine der Schiedsrichtervereinigung aufgelistet. „Der Peifekopp wird an andere Vereinigungen in der Region Gießen/Marburg, an Schiedsrichterfunktionäre sowie eigene Ehrenmitglieder und ältere Schiedsrichter verschickt – sie können so den Kontakt zu ihrer Vereinigung halten“, erklärt Spahn. Kostenlos verteilt wird die Zeitung auch bei den Monatsversammlungen sowie beim traditionellen Alois-Plescher-Winterpokal (9. bis 14. Januar 2018).

Außerdem eignen sich die 50 Ausgaben auch hervorragend als eine Art kleines Archiv. „16 Jahre Geschichte der Dillkreis-Schiedsrichter zeichnet der Peifekopp nach“, so Spahn, der mit sieben Jahren aus Bochum in den Dillkreis kam und einst beim VfL auch in der F-Jugend kickte. Dass die Auflage im Laufe der Jahre von 500 auf 350 und jetzt aktuell 250 Exemplare pro Ausgabe gesunken ist, erklärt Spahn so: „Die Dillenburger Schiedsrichtervereinigung schrumpft, deswegen sinkt auch die Auflagenhöhe. Als wir angefangen haben, gab es im Dillkreis rund 200 aktive Schiedsrichter, momentan sind es vielleicht 130, wovon bestimmt viele ihr Soll, zwölf Spiele pro Jahr zu pfeifen, nicht erreichen. Die anderen pfeifen dafür 50, 60 oder sogar 70 Spiele jährlich. Bei früheren Neulingslehrgängen hatten wir 30 Absolventen, zuletzt hatten wir elf“, stellt Spahn die aktuelle Lage dar. Er weiß, „als Schiedsrichter ist man oft Einzelkämpfer, man kann es nie allen recht machen“. Deswegen wirkt er auch maßgeblich am vor zwölf Jahren ins Leben gerufenen Patenmodell für Schiedsrichter mit, um neue Unparteiische bei den ersten Schritten an der Pfeife zu unterstützen. Spahn, der auch als Schiedsrichterbeobachter im Einsatz ist, wirbt mit den Aufstiegsmöglichkeiten: „Gerade junge Menschen können, wenn sie sich aktiv beteiligen, ruckzuck in der Kreisoberliga pfeifen“.

Seine Ehrenämter im Kreisschiedsrichterausschuss und in der Vereinsarbeit haben ihm auch im (Berufs-)Leben sehr geholfen. „Aber wir müssen schon ein bisschen bekloppt sein“, lacht der 50-jährige Spahn, der seine Ehrenämter – und somit auch den „Peifekopp“ – solange weiter ausüben möchte, solange er Spaß daran hat.

Weitere Informationen direkt bei Joachim Spahn, Tel. 0157-57192290, E-Mail: joachim-spahn@t-online.de.

Text und Bild: Christian Pomoja („Herborner Tageblatt“)